Samstag, 30. Juli 2011
Freitag, 29.07.2011 ... letzter Schultag
Wird wohl wieder richtig voll in der S7, heute, am letzten Schultag vor den großen Ferien ... und wenn ich richtig voll sage, dann meine ich das auch so!

Also Wecker am Vortag auf zehn vor sechs gestellt .... und trotzdem zu spät aufgestanden, wie immer!

Das sollte Konsequenzen haben .... im wahrsten Sinne des Wortes.

Also auf in den Kampf ... S7 Richtung Wolfratshausen, Abfahrt 07.25 Uhr und, oh Wunder, voller und enger als in jeder mitteldeutschen Legebatterie ... tja, da musst du durch, zumindest bis Neuperlach Süd, weil der schlaue S 7-Benutzer da in die U5 jumpen kann, ohne Zeit zu verlieren :-) ...

Strategisch platziert, wie immer, sprinte ich in Neuperlach Süd aus der S 7, Treppen runter, um die Ecke, Treppe hoch und gerade noch in die wartende U 5... Eigentlich sollte man(n) einen Sitzplatz bekommen, aber siehe oben, letzter Schultag, voll bis zur Kimme, was mir ein großes *grmblfx* entlockt... tja zu spät, da musst du durch ... Stehplatz ist angesagt!

Neuperlach Süd, voll, Therese-Giehse-Allee, voller, Neuperlach Zentrum, ölsardinendosenfeeling und der nette Chaufeur bittet die Wartenden doch (als Anmerkung: zur Hauptverkehrszeit(!)) auf die nächste U-Bahn zu warten.#

Seelig sind die Arbeitnehmer, welche einen huld- und verständnissvollen Chef haben.... Aber interessiert mich nicht ;-) , ich bin ja schließlich mittendrin im Geschehen!

Wie schon erwähnt, ölsardinenfeeling pur! So pur, dass es an Peinlichkeit grenzt; ich berühr dich, du berührst mich; IIIIIHHHHHHHHHHH, der berührt mich, uiiiii, DIE berühr ich (sabber)..... eigentlich berührt jeder jeden, und DASS empfinden eigentlich alle U-Bahn-User als schrecklich, als peinlich.

So peinlich, dass alle sogar äußerst peinlich jeglichen Blickkontakt meiden .... hoffentlich guckt mich keiner an. Hat der da mich angeguckt? Puh, Gott sei Dank, doch nicht! Und der da hinten, der aussieht wie ein ultraradikaler WAS-WEIß-ICH-DENN? Nein, der guckt hypnotisiert auf sein mitgeführtes, elektronisches Gebetsbüchlein ....

AAAABEEEEEEEEEERRRR was ist dass? Ich glaubs nicht! Nein, nicht wahr! Halluzination? Nein, ein breites Grinsen, ein Lachen, dass Gänsehaut erzeugt ... nur eine armlänge entfernt! Und was für ein süsses Lachen - direkt, offensiv, rattenscharf - umrahmt von rötlichen Naturlocken ... da könnte man(n) ja direkt verlegen werden ...

Michaelibad vorbei, Innsbrucker Ring vorbei, Lehel vorbei .... dieses Lachen ist noch immer da .... Odeonsplatz ... das Lachen kommt direkt auf mich zu. Grüne Augen, die noch schamloser Lachen als der Rest des lachenden Gesichts ... jetzt, direkt vor mir, Blickkontakt - das Lachen hat eine Stimme, eine süsse Stimme: "Na du, du hast da was am Ohr. Sieht aus wie Rasierschaum! Ich würds wegmachen, sieht total Scheiße aus!" .....

Weg ist das rotumlockte Lachen, weg ist die gute Laune! Wäre ich nur bei den lärmenden Penälern geblieben, wie peinlich!

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Dienstag, 26. Juli 2011
S7 Ostbahnhof
Man(n) oh Man(n), was muss Man(n) so alles als Besitzer eines MVV-Abos ertragen ...

Aber mal der Reihe nach ... nicht dass es nicht schon schlimm genug ist, dass Man(n) als Zugehöriger zur Gruppe der arbeitenden Bevölkerung tagtäglich von den Betreibern der S-Bahn, namentlich dem MVV, drangsaliert wird; NEIN, man(n) muss zudem unzählige Zeitgenossen ertragen, welche der Meinung sind, dass ihre Meinung von Interesse für alle anderen S-Bahnbenutzer ist.

Da stürmt man(n) wie so oft um 18.00 Uhr aus dem Büro um einen der begehrten Plätze in der S7 zu ergattern -aber wie (fast) immer umsonst! 20 Minuten warten ist angesagt, weil der freundliche Angestellte des MVV mit einem noch freundlicheren Grinsen auf dem Gesicht sämtliche Türen direkt vor meiner Nase zuknallt! Dankeschön! Aber was solls - man(n) hat ja vorgesorgt um die Zeit mit einer interessanten Lektüre sinnvoll bis zum vielleicht pünktlichen Eintreffen der nächsten S 7 zu nutzen.

Also Ausschau halten nach einer adäquaten Sitzgelegenheit - da, ein freier Platz ........ Ellbogen raus, auf die Plätze, fertig, los ... jepp, mein Platz.

Ich sitz also da und (versuche) mit meiner Lektüre weiterzukommen.

Seite 227 oben .... ich komme genau zwei Zeilen weit, da setzt sich eine nette Best-Agerin mit einem saufreundlichen

"Grüß Gott"

neben mich.

Nochmals Seite 227 oben .... diesmal schaffe ich fast drei Zeilen und meine Sitznachbarin beginnt kommunikativ aktiv zu werden:

"Was ließt man(n) denn interessantes?"

Stöhn, aber freundlich zurück: "Krimi von Andrea Camillieri".

Seite 227 oben, die Dritte ...

"Und, Interessant?"

"Ja, sonst wäre ich nicht bis Seite 227 oben gekommen"

"Junger Mann, was sagen Sie zu diesem Wetter?"

(Zefix, wo war ich?)

"Was soll man(n) von diesem Wetter halten? 14 Tage bestes Scheißwetter halt!"

"Sind Sie immer so aggressiv?"

"Nö"

Nochmal 227, ganz oben ...

"Junger Mann, Ihre Aggresivität geht auf die Erde über und diese bestraft uns alle mit schlechtem Wetter!"

"Aha, wenns so ist, dann ist so ..."

227

"Und der Mond lebt genauso wie die Erde ... schlechte Laune ist nicht gut für den Mond"

Langsam steigt mein Blutdruck!

227

".... und die nächste Apokalypse kommt sicher, dass junger Mann sagt uns der Mond!"

Noch zwei Minuten bis zur nächsten S7 - dass muss Man(n) doch schaffen!

227

"Ja, der Weltuntergang steht bevor, jaja ..."

Das bedarf eines ausgewählten Kommentars:

"Gute Frau, dass steht wahrlich in den Sternen!"

Kaum ausgesprochen, dünkt mir, dass dieser Satz wohl ein schwerwiegender Fehler war.

"Oh, junger Mann, Sie haben Interesse an Astronomie?"

Augenroll

"Nicht wirklich, aber ich würde jetzt gerne weiterl.... "

"Das Gesamtfirnament habe ich noch garnicht in Betracht gezogen ...."

"Dürfte ich jetzt bitte weiterlesen?"

227 oben

"Könnten Sie mir das bitte aus Ihrer Sicht, dass mit den Sternen erklären?"

"´türlich, könnte ich, aber ich würde jetzt doch lieber auf Seite 227 fortfahren!"

"Ach, ich möchte Sie doch nicht stören!"

"Na dann is ja gut."

227

Die S7 kommt .... aufspringen, anstellen, Sitz ergattern und durchschnaufen .....

10 Sekundne später ...

"Darf ich?"

Ist nicht wahr, oder anders betrachtet meinen es die Sterne nicht gut mit mir!

"Wie weit fahren Sie denn junger Mann? Dann können Sie mir ja das mit den Sternen aus Ihrer Sicht erklären, ja?"

In diesem Moment beschließe ich an der St-Martin-Straße einen 20-minütigen Zwischenstopp - in diesem Fall sogar planmäßig (von mir geplant (ätsch, MVV)) einzulegen und steige mit einem freudlichen

"Der Mond kann mich mal und die Sterne erst Recht.."

aus und nehme mir zum x-ten Mal Seite 227 vor .....

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