Dienstag, 26. Juli 2011
S7 Ostbahnhof
Man(n) oh Man(n), was muss Man(n) so alles als Besitzer eines MVV-Abos ertragen ...

Aber mal der Reihe nach ... nicht dass es nicht schon schlimm genug ist, dass Man(n) als Zugehöriger zur Gruppe der arbeitenden Bevölkerung tagtäglich von den Betreibern der S-Bahn, namentlich dem MVV, drangsaliert wird; NEIN, man(n) muss zudem unzählige Zeitgenossen ertragen, welche der Meinung sind, dass ihre Meinung von Interesse für alle anderen S-Bahnbenutzer ist.

Da stürmt man(n) wie so oft um 18.00 Uhr aus dem Büro um einen der begehrten Plätze in der S7 zu ergattern -aber wie (fast) immer umsonst! 20 Minuten warten ist angesagt, weil der freundliche Angestellte des MVV mit einem noch freundlicheren Grinsen auf dem Gesicht sämtliche Türen direkt vor meiner Nase zuknallt! Dankeschön! Aber was solls - man(n) hat ja vorgesorgt um die Zeit mit einer interessanten Lektüre sinnvoll bis zum vielleicht pünktlichen Eintreffen der nächsten S 7 zu nutzen.

Also Ausschau halten nach einer adäquaten Sitzgelegenheit - da, ein freier Platz ........ Ellbogen raus, auf die Plätze, fertig, los ... jepp, mein Platz.

Ich sitz also da und (versuche) mit meiner Lektüre weiterzukommen.

Seite 227 oben .... ich komme genau zwei Zeilen weit, da setzt sich eine nette Best-Agerin mit einem saufreundlichen

"Grüß Gott"

neben mich.

Nochmals Seite 227 oben .... diesmal schaffe ich fast drei Zeilen und meine Sitznachbarin beginnt kommunikativ aktiv zu werden:

"Was ließt man(n) denn interessantes?"

Stöhn, aber freundlich zurück: "Krimi von Andrea Camillieri".

Seite 227 oben, die Dritte ...

"Und, Interessant?"

"Ja, sonst wäre ich nicht bis Seite 227 oben gekommen"

"Junger Mann, was sagen Sie zu diesem Wetter?"

(Zefix, wo war ich?)

"Was soll man(n) von diesem Wetter halten? 14 Tage bestes Scheißwetter halt!"

"Sind Sie immer so aggressiv?"

"Nö"

Nochmal 227, ganz oben ...

"Junger Mann, Ihre Aggresivität geht auf die Erde über und diese bestraft uns alle mit schlechtem Wetter!"

"Aha, wenns so ist, dann ist so ..."

227

"Und der Mond lebt genauso wie die Erde ... schlechte Laune ist nicht gut für den Mond"

Langsam steigt mein Blutdruck!

227

".... und die nächste Apokalypse kommt sicher, dass junger Mann sagt uns der Mond!"

Noch zwei Minuten bis zur nächsten S7 - dass muss Man(n) doch schaffen!

227

"Ja, der Weltuntergang steht bevor, jaja ..."

Das bedarf eines ausgewählten Kommentars:

"Gute Frau, dass steht wahrlich in den Sternen!"

Kaum ausgesprochen, dünkt mir, dass dieser Satz wohl ein schwerwiegender Fehler war.

"Oh, junger Mann, Sie haben Interesse an Astronomie?"

Augenroll

"Nicht wirklich, aber ich würde jetzt gerne weiterl.... "

"Das Gesamtfirnament habe ich noch garnicht in Betracht gezogen ...."

"Dürfte ich jetzt bitte weiterlesen?"

227 oben

"Könnten Sie mir das bitte aus Ihrer Sicht, dass mit den Sternen erklären?"

"´türlich, könnte ich, aber ich würde jetzt doch lieber auf Seite 227 fortfahren!"

"Ach, ich möchte Sie doch nicht stören!"

"Na dann is ja gut."

227

Die S7 kommt .... aufspringen, anstellen, Sitz ergattern und durchschnaufen .....

10 Sekundne später ...

"Darf ich?"

Ist nicht wahr, oder anders betrachtet meinen es die Sterne nicht gut mit mir!

"Wie weit fahren Sie denn junger Mann? Dann können Sie mir ja das mit den Sternen aus Ihrer Sicht erklären, ja?"

In diesem Moment beschließe ich an der St-Martin-Straße einen 20-minütigen Zwischenstopp - in diesem Fall sogar planmäßig (von mir geplant (ätsch, MVV)) einzulegen und steige mit einem freudlichen

"Der Mond kann mich mal und die Sterne erst Recht.."

aus und nehme mir zum x-ten Mal Seite 227 vor .....

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Sonntag, 24. Juli 2011
Das Ende einer langen Geschichte ...
Es muss wohl 1982 oder 83 gewesen sein, als ich irgendwann dass erste Mal dort war ... hätte ich damals nicht einen wirklich ortskundigen "Fremdenführer-Spezialist" für das Schwabinger Nachtleben gehabt, wäre ich vermutlich nicht in der Feilitzschstraße gelandet.

Danke dafür, Klaus.

Das Objekt unserer damaligen Begierde befand sich in einem kleinen, niedrigen an eine Baracke erinnerndes Gebäude - links und rechts viel größere, auffälligere Gebäude. Aber da wollten wir nicht hinein, sondern wir wollten dort eintreten, wo die Menschentraube vor der alten, nicht besonders einladend aussehenden Tür, uns den Weg versperrte.

Es dauerte eine ganze Weile aber ich war zum ersten Mal drinnen, drinnen in der Schwasi, der Schwabinger 7.

Diese Begegnung sollte sich im Laufe der Jahre immer wieder wiederholen - mal im Sommer, mal im Winter - aber immer wieder so beeindruckend wie beim ersten Mal.

Für alle nicht ortskundigen: Die Schwasi ist eine Kneipe - nicht im herkömmlichen Sinne - sondern anders: Ehrlicher, origineller und vor allem traditioneller als viele andere "Möchtegern-Lokalitäten" in und um München. Natürlich polarisiert die Schwasi dementsprechend: Die Skala reicht von"geil" bis "einfach nur eklig" aber wer mit dem Ambiente einer kleinen, immer überfüllten, vielleicht etwas zu dreckigen Kneipe klarkommt, der wird so wie ich immer wieder hierherkommen.

Tja, besser gesagt, der würde immer wieder hierherkommen, denn die Schwasi ist Vergangenheit - wie an so vielen Plätzen in München siegt der Kommerz über Kult und Kultur. Trotz tausender Gegner, Großdemo für den Erhalt an der Münchner Freiheit und dem Widerstand einer unzähligen Gruppe von Schwasi-Getreuen hat die Schwasi ihre dreckigen Tore für immer zu gemacht.

Diese Schließung bedeutet wieder einen weiteren großen Schritt in Richtung Schickimicki ala Leopoldstraße - verbunden mit unbezahlbaren Mieten und Vertreibung des Urmünchners aus München.

RIP Schwasi und danke für viele tolle, unvergessliche Abende .....

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Nach langem Zögern ...
... haben wir endlich unseren eigenen Blogg ... Freunde und Stammbesucher von http://munich-faces.de.to haben immer wieder gefragt, warum Neuigkeiten, Änderungen oder Informationen nicht über einen Blogg erfolgen!

Stets haben wir von den Stadtansichten dankend abgelehnt - neben der Pflege unserer Homepage nimmt das Fotografieren und die anschließende Sichtung der "Beute" mit abschließender Nachbearbeitung doch schon genügend Zeit ein. Dazu noch unsere Präsenz auf Twitter und Facebook... dass sollte doch eigentlich ausreichen. Da die diesbezüglichen Fragen jedoch nicht weniger wurden, starten wir also mal einen "Feldversuch" und werden hier unregelmäßig über Interessantes rund um München informieren.

Also, viel Spaß beim Verfolgen unseres Bloggs ;-)

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